radiohörer - der blog für radiofans
Dienstag, 10. April 2012
"Jenseits von Saxofon und Kuhglocken"
Die New Yorker Band The Rapture
Von Paul Baskerville

New York ist immer für eine Herausforderung gut. Seit den 60er-Jahren, seit The Velvet Underground, hat es eine Menge spannender, innovativer Bands gegeben. Manche Künstler hielten sich sogar für etwas Besonderes. Die New Yorker Band The Rapture passt perfekt in dieses Schema. Als die Gruppe 1998 gegründet wurde, machte es sich Bandchef Luke Jenner zum Ziel, möglichst viel anzuecken.

Sein großes Vorbild war John Lydon von den Sex Pistols. Jenner wollte Musik schaffen, die mitreißend, aber schwierig sein sollte. Er wusste zum Beispiel, dass Kuhglocken und Saxofon in der Rockmusik ein uncooles Image hatten, also hat er auf möglichst viel Kuhglocken- und Saxofonarrangements bestanden. Dieser trotzigen Haltung entsprang eine aggressive, rigorose, hektische Dancemusik mit durchdringendem Gesang.

Im Laufe der Jahre ist er hingegen sanftmütiger und verbindlicher geworden, in letzter Zeit beinahe religiös. Darauf deutet auch der Titel des aktuellen Albums hin: "In The Grace of your Love". Jenner meint, das Album reflektiere seine positive Einstellung. Es sei auch das erste Album von The Rapture, das man seinen Großeltern vorspielen könnte, und sie würden es im Zweifel sogar mögen. The Rapture sind immer noch tanzbar, die Musik klingt heute allerdings erheblich reifer.

The Rapture