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Freitag, 13. Februar 2015
Alban Berg zum 130. Geburtstag
Er war der erfolgreichste der großen drei der Zweiten Wiener Schule. Seine Oper Wozzeck ist seit ihrer Uraufführung 1925 an der Berliner Staatsoper bis heute an den großen Musiktheaterbühnen der Welt präsent. Wie sein Lehrer Arnold Schönberg entfernte sich Alban Berg von der Tonalität und komponierte später ebenfalls zwölftönig. Trotzdem gilt er als "letzter Romantiker". Seine hochexpressive Musik leuchtet in menschliche Abgründe; Schönberg sprach von "überströmender Wärme des Fühlens". Rein quantitativ ist sein Schaffen relativ überschaubar, Alban Berg benötigte für jedes seiner exemplarischen Werke ein hohes Maß an Zeit.

Dafür aber gleicht kein Werk dem anderen; immer fand er individuelle Lösungen – von der frühen Klaviersonate, die er einsätzig beließ, über die aphoristischen Klarinettenstücke, die komplex-dämonischen Orchesterstücke, die intime Lyrische Suite bis hin zu seinen Liedern und seiner unvollendeten Oper Lulu, der er eine gigantische symmetrische Konstruktion zugrunde legte. Und in seinem zwölftönig komponierten Violinkonzert finden sich trotzdem Dreiklänge, eine Volksweise und ein Bach-Choral. Alban Berg – ein Komponist, dessen Musik bei aller konstruktiver Strenge ein Höchstmaß an Leidenschaft und Intensität enthält. "Der Unterschied zwischen Liebschaft und Liebe ist ungefähr der gleiche wie zwischen einem Gassenhauer und einer Symphonie", so der Komponist über sein Verständnis intensiven Fühlens.
Alban Berg zum 130. Geburtstag


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