radiohörer - der blog für radiofans
Montag, 17. Oktober 2011
Qualität im deutschen Fernsehen: Es wird nicht besser
Ein Gastbeitrag von Roger Willemsen
Der deutsche Fernsehalltag sieht heute so aus: Wenn zwei Männer mit ihren Penissen Klavier spielen, sitzt jeder vierte Zuschauer davor, obwohl es ihm in aller Regel nicht wirklich gefällt. Stattdessen sieht er mit Angstlust zu, mit geneigter Abwehr und Freude am Ekel. Pauschale Fernsehkritik ist die pauschale Selbstbestrafung des Publikums für die geliebte Verblödung.

Wir schauen Fernsehen, gewiss, aber noch eigentlicher schaut das Fernsehen uns. Wir sind es zwar, die glotzen, doch nennen wir das Gerät "Glotze". Es ist ein perfides Medium, weiß es doch ganz genau, was wir, wie lange, von welchen Geschmacksverstärkern begleitet, sehen wollen. Auf der niedrigsten Stufe mentaler Bewegung stieren wir es an, bei lebendigem Leibe eingeschläfert.

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