radiohörer - der blog für radiofans
Freitag, 28. Oktober 2011
"Outlaws des Äthers" Piraten 1.0
High sein, frei sein, Radio muss dabei sein. Als Freibeuter die Medien kaperten - und untergingen. Manche Band wäre ohne sie nicht oder erst viel später bekannt geworden.

Sie sind jung, rebellisch und freiheitsliebend. Sie kämpfen gegen staatliche Einmischung, fordern ungehinderte Kommunikation ohne Gängelung jedweder Art. Ihre Stimme wird gehört: Die Jugend jubelt ihnen zu, verbreitet ihre Botschaften, macht sie stark. So stark, dass die Älteren gezwungen sind, sich mit ihnen auseinanderzusetzen.

Die Rede ist nicht von den Piraten, die in diesem Herbst ins Berliner Abgeordnetenhaus eingezogen sind: Wir schreiben das Jahr 1964. Auf einem ehemaligen Feuerschiff vor der britischen Küste hausen Männer im Alter zwischen 18 und 30 unter wenig komfortablen Umständen. Die Räume sind eng, die Luft ist stickig und das Schiff schaukelt heftig.

Die Männer haben keine Erfahrung als Matrosen – ihre Berufung ist eine andere. Vom Ozean aus füttern sie eine neue Generation unterhaltungshungriger Europäer. Sie machen Radio, ein freches, Musik dominiertes Programm bis weit nach Mitternacht. Das senden sie auf Frequenzen, die ihnen nicht gehören.

Anders als bei den heutigen Medienpiraten ist ihr Ansinnen kein politisches, eigentlich. Ein eigennütziges bloß: Das Radiomonopol hat zu jener Zeit die BBC. Die sieht Nachrichtensendungen und klassische Musik für ihre Hörer vor. Die Jungs aber wollen ein Radio nach ihrem Geschmack, eines ohne Bildungsauftrag. Also machen sie sich eines – und ihre Altersgenossen sind begeistert. An die 40 Millionen Hörer sollen die Piraten zu Hochzeiten gehabt haben.

hier bitte weiterlesen