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Dienstag, 13. März 2012
"Umdeuter des Comic"
Jean Giraud alias Moebius ist tot
Lange war das Format des Comic ein verachtetes. Der Franzose Jean Giraud alias Moebius etablierte es als Kunstform. Er gilt als einer der bedeutendsten Comiczeichner der Welt, beeinflusste die Comic-, Kino- und Science-Fiction-Ästhetik maßgeblich.
Am 10. März 2012 starb er in Paris.
Der frühere Kulturminister Jack Lang würdigte den Verstorbenen als eine "Ikone des Comics", dessen Werk "farbenfroh, eklektisch und vielgestaltig" gewesen sei.
Unter dem Titel "Moebius - Zeichenwelt" brachte der Autor Andreas Platthaus 2003 eine Monografie über den Zeichner heraus. Er beschreibt darin auch die Anfänge des Künstlers, der 1963 unter seinem bürgerlichen Namen Jean Giraud beziehungsweise unter dem Kürzel "Gir" in René Goscinnys Comic-Magazin "Pilote" sein Debüt mit der Serie "Blueberry" gab. Das Werk um einen US-amerikanischen, trinkfesten und fluchenden Kavallerie-Leutnant war Ausdruck seiner Liebe zum Western und machte Giraud berühmt. Der Held der Serie, Mike Blueberry, avancierte zum 1968er-Helden und wurde vor allem von Studenten begeistert aufgenommen. In den 1970er Jahren kam dann die Space-Saga "John Difool" heraus. Während Giraud mit "Blueberry" die Vollendung eines Genres betrieb, bemühte er sich ab den 1970er Jahren als Moebius um einen vollständigen Umsturz der Prinzipien des Comics, so Platthaus. Nicht die handwerkliche Perfektion sollte dabei im Mittelpunkt stehen, sondern Spontaneität und künstlerische Individualität.

Quelle: 3sat Kulturzeit vom 12.3. Nachruf
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