radiohörer - der blog für radiofans
Mittwoch, 29. Februar 2012
Bayern2: Nachtstudio - Zeitgeist im Visier
Schon immer: formale Vielfalt

Als "Seismograph des Zeitgeistes" steht das Nachtstudio traditionell für ein offensiv anspruchsvolles Kulturprogramm, in dem Vorausdenken und Reflektion gleichzeitig Platz finden. Das Nachtstudio begleitet aufmerksam sowohl große Entwicklungen als auch Randerscheinungen der Gesellschaft in Kultur, Philosophie und Wissenschaft. Als Radiogenre seit 1948 auf Sendung, ist das Nachtstudio der offenen Form verpflichtet.

Hier wurden für das Radio der Essay, der philosophische und literarische Vortrag, das biographische Gespräch, die Debatte oder die künstlerische Dokumentation entwickelt und dem großen Publikum bekannt gemacht. Und auch heute spielt das Nachtstudio mit allen etablierten und neuen Radioformen, um sich immer wieder in der ganz eigenen Art zu präsentieren.

Für den, der sich ein Bild der Welt von morgen machen will, ist manchmal ein Blick zurück von Gewinn. Es kann also sein, dass das Nachtstudio heute eine aktuelle kulturpolitische Diskussion anführt, beim nächsten Mal eine literarische Retrospektive im Featurestil vorstellt und dann in einem philosophischen Radioessay die Erkenntnisse in einen neuen Kontext bringt.

Nachtstudio

Wem das Programm des Nachtstudio's im März interessiert, kann es hier finden
mrz (doc, 53 KB)

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"Swing easy!" am 29. Februar 2012, 21.05 - 22.00 Uhr
Die fabelhaften Basie Boys (2): Der Drummer Papa Jo Jones
„Hör’ zu, Mann. Ich hatte eine tolle Zeit.“ So begann Jo Jones eine lange Serie von Interviews mit dem Romancier Albert Murray.

Der Mann, den sie Papa Jo nannten, war das schlagende Herz der Count Basie Band. Pures Adrenalin, ein Vulkan, ein lebendes Gedächtnis der Swingära – das war Jo Jones. Von 1911 bis 1985 hat er gelebt, zuerst zehn Jahre bei Basie getrommelt, sowie die Sängerin Billie Holiday begleitet, bevor er eine glanzvolle Solokarriere startete.

Wenn Papa Jo aus seinem Leben erzählte, klang es so musikalisch wie der berühmte Beat, den er auf seinen Hi-Hat-Becken schlug. Es schien, als könne dieser Swing sogar Tote zum Leben wiedererwecken. Aus den Gesprächen mit Albert Murray, die sich über acht Jahre erstreckten, wurden kürzlich die Memoiren dieses grandiosen Schlagzeugers.
Das Buch heißt „Rifftide“, und Karl Lippegaus stellt es in der heutigen Ausgabe von Swiing easy! mit handverlesenen Platten von Papa Jo Jones vor.

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Montag, 27. Februar 2012
"Shake 'Em On Down" Erinnerungen an Bukka White
am 28.2. um 01.05 auf dem Deutschlandfunk
Am Mikrofon: Karl Lippegaus

Viele Wege führen zu einem der größten Interpreten des Mississippi-Blues. In seinem Buch "How Bluegrass Music Destroyed My Life" erzählt John Fahey die lustige Geschichte, wie er mit Bukka White in den Mississippi-Sümpfen auf Katzenfische Jagd machte. Fahey hatte den legendären Gitarristen und Sänger, der ein Vetter von B. B. King war und seine erste Platte 1930 aufgenommen hatte Jahre zuvor aufgestöbert. White hatte einen Song mit dem Titel "Aberdeen, Mississippi" im Repertoire gehabt und Fahey vermutete, das könne sein Heimatort sein, schrieb ihm eine Postkarte und wurde fündig.
White erzählte gern, er habe den sagenumwobenen Charley Patton, einen der Urväter des Mississippi-Blues, noch persönlich gekannt. Diese von Fahey für ein Album aufgezeichnete Story klang so toll, dass ein Musiker von Depeche Mode sie noch im Jahr 2000 für einen Popsong sampelte. 1963 war Bookers berühmter Song "Fixin' To Die" auf dem Debütalbum Bob Dylans aufgetaucht, was Bukka White ein Comeback bescherte.
2010 veröffentlichte der Blues-Troubadour Eric Bibb ein Album mit dem Titel "Booker's Guitar", weil er fühlte, dass sich unendlich viele Storys um dessen berühmte National-Steel-Gitarre rankten. Vor 35 Jahren, am 26. Februar 1977, ist Booker T. Washington "Bukka" White in Memphis, Tennessee, gestorben.

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Radiotipps für den 28.2./29.2. und den 1.3.
Hallo zusammen !

Mann o Mann, die folgenden Tage sind wieder bis zum Rand gefüllt ... Beim Schreiben dachte ich schon: " das gibt's doch nicht !" und so ging es dann weiter.
Euch kann es nur recht sein. Dann ran an's Radio und viel Spass beim anhören !!!

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Sonntag, 26. Februar 2012
Klanghorizonte heut nacht um 01.05Uhr auf Deutschlandfunk
mit Michael Engelbrecht
Es gibt Tote in dieser Sendung. Und, neben Leonard Cohen, die schönsten Songalben zu hören, die mir in diesem Jahr untergekommen sind. Das Ende der Stunde spielt sich auf einem toten Gleis ab, die einsame Figur im ansonsten menschenleeren Zug ist der Phantasie Mark Lanegans entsprungen. Kurt Wagner von Lambchop erinnert sich an die Beerdigung eines Freundes. The sky opens up like candy, and the wind don’t know my name. Peter Broderick hat ein kleines Wunderwerk geschaffen mit seiner neuen CD, der er eine spannende Website gewidmet hat. Der Geist von Arthur Russell wirkt in dem Tongedicht ASLEEP mit, das einem bei einem Kajakunfall tödlich verunglückten Freund zugedacht ist (weiter unten der Text dazu). Allerdings spiele ich dieses Lied erst in der nächsten Sendung. Auch die Stimme von Dan Michaelson wird eine Entdeckung sein für manche Hörer. Ich verspreche: es wird keine depressive Show heute Nacht. Wie soll das auch gehen, wenn Burnt Friedman und Erland Dahlen mit dabei sind, und ihr Schlagwerk jedem Hörer die Ohren so weit aufgehen lässt wie Scheunentore!?

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Where is your body
Swimming in the river
And why can’t it be warm like ours
A heart that would never rest
Unwillingly asleep
What you’ve left behind is not enough
Not enough
Because no one was ready

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The Existence of Time from Tarik Barri on Vimeo.

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