radiohörer - der blog für radiofans
Sonntag, 30. April 2017
Mitschnitte ...
Hallo zusammen!

Ich habe wieder ein paar Sendungen nachgetragen ....
Ihr müsst, weit, weit scrollen !!!
Viel spass beim anhören !!!

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"Für ein Morgen!" Über das Menschenrecht auf Zukunft
Ein radiophones Plädoyer von Markus Metz und Georg Seeßlen
Gibt es eigentlich ein Naturrecht, ein Menschenrecht auf Zukunft? Also auf etwas, das mehr ist als ein bloßes Überleben, ein Weitermachen, ein Nicht-Sterben.
Von Markus Metz und Georg Seeßlen

Nämlich ein Raum der Möglichkeiten, der Entscheidungen, der Veränderungen. Ein Weg ins Offene. Denn ein Mensch, für den es keine Zukunft gibt, ist ein elendes, ein gefangenes und gelähmtes Geschöpf. Mensch-Sein heißt Zukunft-Haben, und alles, was die Zukunft raubt, darf unmenschlich genannt werden. Und: Das Recht auf Zukunft beinhaltet nicht nur jene Rechte, die man den Menschen mit Gewalt nehmen kann, sondern auch jene, die man ihnen auf scheinbar sanftere Weise vorenthalten kann.

http://xb187.xb1.serverdomain.org/radio/musik/FuereinMorgen_MetzSesslen.mp3

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"Thomas Pynchon und die Kunst des Verschwindens" Von Markus Metz und Georg Seeßlen
Von Thomas Pynchon sind in der Öffentlichkeit nur ein paar vierzig Jahre alte Fotos bekannt. Das Rätsel um seine Person ist mittlerweile Bestandteil der amerikanischen Popkultur. Was bleibt, sind die Bücher des Autors Thomas Pynchon.
Von Markus Metz und Georg Seeßlen

Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Ist die radikale Verweigerung, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen oder irgend etwas von einem "Privatleben" nach außen dringen zu lassen, eine persönliche Marotte, der Kern eines Publicity-Mythos oder sogar integraler Bestandteil der literarischen Arbeit?
Erinnern und Vergessen, Erscheinen und Verschwinden bilden einen roter Faden, der sich durch Pynchons Werk zieht. In einer "magischen Biographie" könnte man das als Wiederkehr seines Vorfahren William Pynchon beschreiben, der Mitte des 17. Jahrhunderts wegen seiner Kritik am puritanischen Calvinismus Opfer des ersten Bücherverbots auf amerikanischem Boden wurde. Thomas Pynchon hat das Geschehen in seinem Roman "Die Enden der Parabel" (natürlich unter vielem anderen) wieder aufgenommen. Sein Debüt-Roman "V" handelt von der Suche nach der eigenen familiären Identität, die in ein verzweigtes "strukturelles" Abenteuer führt. In den meisten seiner Romane stehen die Menschen unter einer Obsession, Zusammenhänge zu erkennen, was eher zu Schüben von Paranoia und Verschwörungsphantasmen führt als zur Erkenntnis über das eigene Wesen. Thomas Pynchon steht, nicht nur in dem ausgesprochen kritischen Roman "Vineland", den Glaubenssätzen des zeitgenössischen Amerika nicht minder skeptisch gegenüber als sein Vorfahr.
2014 ist Thomas Pynchons achter und bislang letzter Roman in Deutschland erschienen: "Bleeding Edge" mischt wie viele seiner Vorgänger Faktisches und Fiktives. Er liest sich wie ein Vorgriff auf die Geschehnisse um die NSA und Edward Snowden, grundiert mit der Erfahrung von 9/11. Das Feature geht der Frage nach, wie sehr das persönliche Verschwinden des Autors mit seinem Werk eine Einheit bildet, und verfolgt die Spuren der Identitätsverweigerung in Pynchons Romanen und Erzählungen.

http://xb187.xb1.serverdomain.org/radio/musik/ThomasPynchonVerschwindens.mp3

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Klangtürme: Seven towers von Cécile Marti (UA)

Sieben unterschiedliche musikalische Verlaufsprozesse (etwa eine Entwicklung, die kein Ziel hat oder eine, die fast stehen bleibt) untersucht die Komponistin Cécile Marti in ihrem Zyklus "Seven Towers".

"Die Musik möchte innere Räume öffnen, ja vielleicht sogar an äussere Räume erinnern."

Cécile Marti: Seven towers (UA)

Sinfonieorchester Biel Solothurn
Ltg. Kaspar Zehnder
Vokalensemble Ardent

Konzert vom 14.04.17, Calvinhaus Biel

Komplett:
http://xb187.xb1.serverdomain.org/radio/musik/KlangtuermeSeventowersvonCcileMarti.mp3

Ausschnitte ca. 56min:

http://xb187.xb1.serverdomain.org/radio/musik/SeventowersMarti.mp3

Presse zum Werk

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Tom Ravenscroft - 6 Music Recommends 26.4.2017

Mit Musik von Floating Points, Justin Walter, Battle Of Santiago, Jumping Back Slash, Verge, Ulrika Spacek, Luka Productions, Andy Mac, Do Make Say Think ...

 



Tom Ravenscroft – 6 Music Recommends 26.4.2017 tracklist:
Ulrika Spacek – Everything, All The Time [Tough Love Records]
Jumping Back Slash – Come Rescue Me [Cotch International]
Two Another – World Demands it [Two Another]
Julie Byrne – Sleepwalker [Basin Rock]
Floating Points – Silurian Blue [Luaka Bop]
Verge – Conduit [Avian]
Slackk – Zip Me Up [R&S records]
Luka Productions – L’excision [Sahel Sounds]
Battle Of Santiago – Aguanileo [Made With Pencil Crayons]
Andy Mac – Stormy Dubwise [idle hands]
Justin Walter – Red Cabin [kranky]
Do Make Say Think – Her Eyes On The Horizon [constellation]

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"Sei selber die Laterne" Das schillernde, konsequente Leben und Werk des Widerstandskünstlers Fred Denger
Niemand kennt Fred Denger, dabei hat er ein umfangreiches Lebenswerk hinterlassen. Als junger Mann kämpfte er gegen die Nazis, verfasste danach Dramen und schrieb Romane. Sein bekanntestes Theaterstück ist "Langusten", das mit der großen Tilla Durieux Erfolge feierte.
Von Hannelore Hippe

Dann machte er Karriere als Drehbuchautor: "Der Ölprinz" und "Der unheimliche Mönch", Filme nach Karl May und Edgar Wallace. Bis er schließlich zu einer Lichtgestalt der Anti-Atommüllbewegung wurde. Da hatte er bereits das Alte Testament in den Jargon des späten 20. Jahrhunderts übertragen. Den Erfolg seines "Großen Boss" erlebte er nicht mehr. Er fiel vorher besoffen die Treppe runter. Der Tod erlöste ihn auch von der Suche nach der richtigen Frau - nach zwölf Ehen.
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2017/04/23/sei_selber_die_laterne_das_schillernde_leben_des_fred_dlf_20170423_2010_c0d14b9e.mp3

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Tonspuren - das Literaturfeature: "Ich werde mich im Blei verstecken"
Die Traumbilder von Charlotte Berad
1933 begann die Berliner Journalistin und Schriftstellerin Charlotte Beradt Träume zu sammeln. Traumnotate, die heute wie literarische Seismographien der Errichtung einer Diktatur erscheinen; die von Menschen "während ihrer Einschaltung als Rädchen in den totalen Mechanismus" erzählen und die die Verbrechen, die erst folgen sollten, bereits vorwegzunehmen scheinen.
Feature von Julia Schlager

Das 20. Jahrhundert war das Jahrhundert des Traums. Franz Kafka, Walter Benjamin, Graham Greene, Hélène Cixous, Franz Fühmann, Paula Ludwig, Heiner Müller, Georges Perec, sie alle dokumentierten ihre Träume. Ebenso taten dies, wenn auch nicht unmittelbar literarisch motiviert, Fabriksbesitzer, Schneiderinnen, Milchlieferanten oder Gemüsehändler.
Die Traumbilder der 1930er-Jahre, die Charlotte Beradt protokollierte, zeugen von einer Wirklichkeit, "die sich gerade anschickte, zum Alptraum zu werden"; Träume in schwarz-blond, diktiert von der Diktatur.
"Ich werde mich im Blei verstecken. Zunge ist schon Blei, Blei festgeschlossen. Angst wird vergehen, wenn ich ganz aus Blei bin. Werde regungslos liegen, Blei erschossen."

http://xb187.xb1.serverdomain.org/radio/musik/Bleiverstecken.mp3

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Swing easy! "Les Liaisons Dangereuses" Eine verlorene Filmmusik Thelonious Monks Mit Karl Lippegaus
Seine vorletzte Sendung für den WDR 4, denn diese Sendereihe wird eingestellt !!!

Am 27. Juli 1959 nimmt der Pianist in den Nola Penthouse Studios in Manhattan einige seiner bekanntesten Stücke für eine Filmmusik auf. Diese Musik wurde in dem französischen Film Les Liaisons Dangereuses des Regisseurs Roger Vadim seinerzeit nicht verwendet. Im Jahr von Monks 100. Geburtstag startet seine Familie den Reigen der Feiern mit diesem historischen Fund.

Mit Karl Lippegaus

Es handelte sich um Solos, Trios und Quartette mit Musikern aus Monks regulären Bands sowie als Gast der junge Barney Wilen am Tenorsaxofon. Wilen war kurz vorher an Miles Davis‘ Filmmusik zu L’Ascenseur à l’Échafaud (Fahrstuhl zum Schafott) beteiligt gewesen. Der Monk-Biograph Prof. Robin D.G. Kelley schreibt im Begleittext zur jetzt aufgetauchten Monk-Edition: „Es ist nicht übertrieben, wenn man sagt, Monk hätte aus einem relativ konventionellen Drama einen Avantgarde-Film gemacht.“ Monks Sohn, der Drummer T.S. Monk sagt, „Dies ist eine wunderbare Ausgrabung. Thelonious in Topform, mit einigen seiner besten Freunde, Charlie Rouse, Sam Jones und Art Taylor! Es gibt auch einige neue Stücke. Wenn Sie Monk lieben, werden Sie diesen original Soundtrack zu dem presigekrönten französischen Filmklassiker Les Liaisons Dangereuses mögen. Die ganze Monk-Familie freut sich, diese Veröffentlichung möglich gemacht zu haben.“ Die Vinyl-Version erschien als Erstes und die Platten wurden gepresst in Deutschland.
http://xb187.xb1.serverdomain.org/radio/musik/Swingeasy!Monk.mp3

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"Sex Sucks" Die Erotikausgabe von Wildes Denken
Wildes Denken lässt die Hosen runter, lässt altersgeilen Sexismus hinter sich und widmet sich den lustvollen Dingen. Das Reden über Sex ist viel zu spannend, um es Hinz und Kunz zu überlassen.
"Ehe, d. i. die Verbindung zweier Personen verschiedenen Geschlechts zum lebenswierigen wechselseitigen Besitz ihrer Geschlechtseigenschaften."

Immanuel Kant

Sex war einmal ein offenes Kunstwerk. Heute aber, in Zeiten, da Präsidenten öffentlich darum betteln, von Praktikantinnen in den Schritt gegriffen zu werden (oder sind das "alternative Fakten"?), in solchen Zeiten fordert Wildes Denken, jeden altersgeilen Sexismus hinter sich zu lassen und sich den schönen, den lustvollen Dingen wieder intensiv zu widmen: Streichen wir die Graustufen des Geschlechts bunt, heiraten uns selbst (in Japan und Kanada ein Megatrend), verkuppeln alles mit jedem. Das Reden über Sex ist viel zu spannend, um es Hinz und Kunz zu überlassen. Wildes Denken jedenfalls, die Speerspitze des Gender Bender und des gehobenen Sextings, sieht es in diesen dunklen Zeiten als seine Pflicht an, wieder einmal die Hosen herunterzulassen.
http://cdn-storage.br.de/MUJIuUOVBwQIbtChb6OHu7ODifWH_-bf/_-9S/_AbH9A8f5U1S/b8dfba05-35d6-4387-a80b-fc28bad43ddd_2.mp3

Sex Sucks. Die Erotikausgabe von Wildes Denken

Martin Zeyn: Zeyngeist
Laura Freisberg: Selbstversuch im Twerking
Thomas Palzer: Palzers Papierflieger
David von Westphalen: Sexual Healing

Moderation: Joana Ortmann und Caro Matzko
Gast: Klaus Uhrig

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First Lady of Jazz - Zum 100. Geburtstag von Ella Fitzgerald

Ella Fitzgerald war eine der bedeutendsten Jazzsängerinnen des 20. Jahrhunderts. Dabei wollte sie eigentlich Tänzerin werden. Aber bei einem Amateurwettbewerb im Apollo war sie so aufgeregt, dass sie lieber gesungen hat - und gewann.

Mit Thomas Mau

Vor allem bei ihren Konzerten demonstrierte Ella Fitzgerald ihre ganze Kunst des Gesangs. Sie verfügte über eine Fülle von Klangfarben und eine perfekte Intonation. Keine andere Jazzsängerin beherrschte es so souverän, lautmalerisch Silben ohne zusammenhängenden Sinn zu improvisieren. Eine Virtuosin des Scatgesangs. Auf dem Höhepunkt ihrer vokalen Fähigkeiten trat sie 25. April 1958 im Teatro Sistina in Rom auf. Eine Platte, die die Freude des Musikmachens feiere, schrieb ihr Biograph Stuart Nicholson. Und knapp zwei Jahre später - am 13. Februar 1960 - gab sie ein vielumjubeltes Konzert in der Deutschlandhalle in Berlin. Eine Erinnerung zu ihrem 100. Geburtstag am 25. April 2017.

http://xb187.xb1.serverdomain.org/radio/musik/Ellaon100.flac

Aufnahmen vom 25. April 1958 aus dem Teatro Sistina, Rom und vom 13. Februar 1960 aus der Deutschlandhalle, Berlin

Playlist PDF

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